Für unsere Erziehungsvereinbarungen brauchen wir drei Partner : die Eltern, die Lehrer und natürlich die Kinder. Darum gibt es mittlerweile eine Klassensprecherversammlung an unserer Schule. Es gibt schließlich auch eine Lehrerkonferenz und eine Schulpflegschaft.

 

 

 

 

 

 

 

Im Februar 2019 befassen sich alle Erwachsenen und Kinder der Schule mit unseren Regeln und Vereinbarungen für ein Miteinander damit Schule Freude macht. Lehrerinnen und Lehrer, Betreuungskräfte, die Akki-Mitarbeiterinnen udn Mitarbeiter, auch die Frühstücksoma. Die Eltern sind bei den Elternabenden eingeladen mitzumachen. Vor allem geht es aber auch um die Kinder. Wie wünschen sie sich die Schule, was erwarten sie von den Erwachsenen, die an der Schule arbeiten und von ihren eigenen Eltern. Und vor allem natürlich: Was können sie selber tun, darum Schule Freude macht.

In den 4.Klassen haben die Kinder mit ihren Klassenlehrerinnen und ihrem Klassenlehrer auf unsere 11 Vereinbarungen für ein respektvolles Miteinander geschaut. Dabei sind einige Vereinbarungen etwas leicht verständlicher formuliert. Damit es auch die Kleinsten verstehen, gelten seit 15 Jahren 11 Kindersymbole. Auch hier müssen die Kinder ein neues Symbol erfinden, den Telefone mit Wahlscheibe und Schnur gibt kaum noch.

Den überarbeiteten Entwurf diskutieren nun die Eltern auf den Elternabenden. Die Erwachsenen in der Schule schauen sich an, was sie für ein gutes Miteinander in unserem Dorf tun können.

Aber zuerst haben die Klassensprecherinnen und Klassensprecher mit Herr Steuwer unserem Schulleiter darüber gesprochen. Sie berichten in den Klassen darüber. Im Frühjahr gibt es dann die Projekttage zu den Vereinbarungen und ein großes Schulfest. An diesem Tag unterschreiben dann alle, die etwas dazu beitragen wollen, die Vereinbarungen. Eltern, alle Erwachsenen, die in der Schule arbeiten und die Kinder.

Alle Klassen haben inzwischen ihre Klassensprecher gewählt. Beim Treffen kurz vor den Herbstferien hat der Schulleiter mit den Kindern über drei Dinge gesprochen:

Die Zweitklässlern hatten sich höflich beschwert, dass sie es ungerecht finden, dass sie so selten in der ersten Pause Fußball spielen dürfen. Ein anderer Fußballplan für die Pause bedeutet aber, dass die großen eine Pause abgeben müssten. Darüber müssen die Großen nun beraten. Eine vierte Klasse hat sich schon bereit erklärt, eine Fußballpause mit den Kleinen zu tauschen.

Herr Steuwer will aus dem Geld der Schule jeder Klasse etwas geben, was die Kinder sich wünschen. Die ersten Klassen haben bereits ihre Wünsche mitgeteilt.

Im Schulhaus sollen noch weitere Sprüche an die Wände gemalt werden. Dafür dürfen und sollen Kinder Vorschläge für passende Bilder dazu machen.

Die Klassensprecher haben für ihre Ideen einen eigenen Briefkasten vor dem Büro von Herrn Steuwer, weil er nciht immer Zeit für sie hat.

 

Die Klassensprecher berieten im Februar 2012 über Aktionen gegen Gewalt auf dem Schulhof. Die im Protokoll gesammelten Vorschläge wurden mittlerweile auch von der Lehrerkonferenz einstimmig begrüßt und sollen angewendet werden.

Im Dezember 2010 haben die Klassensprecher Ideen gesammelt, wie wir Kindern helfen können, denen es nicht so gut geht. 

Herr Steuwer hat daran erinnert, dass weiterhin gefundenes Geld im Büro abgegeben werden soll. Das spenden wir immer zum Martinstag der Kirchengemeinde St.Elisabeth. In diesem Jahr können von den ehrlich gefundenen und abgegebenen 75 Euro zwei Winterjacken für Kinder aus Armutsverhältnissen in unserem Stadtteil gekauft werden.

Gute Ideen hatten die Kinder als es darum ging, einer armen mexikanischen Dorfschule zu einer kleinen Bücherei zu verhelfen und einem Kinderkrankenhaus in Nicaragua Spielzeug zur Verfügung zu stellen.

Vor Weihnachten soll Herr Steuwer in einem Elternbrief die Eltern informieren, die Kinder können in einem Sparschwein im Büro für spanische Bücher spenden oder Buchspenden und Plastikspielzeug abgeben.

Die Klassensprecher kümmern sich darum, dass alle Kinder der Schule davon erfahren.

Durch den Einsatz von Groß und Klein kamen schließlich mehr als 400 Euro zusammen, die der mexikanischen Schule gespendet werden konnten.

Im November 2009 sammelten die Klassensprecher aller Klassen gemeinsam mit Herrn Steuwer, dem Schulleiter, Ideen, wie die Kinder in der Hofpause Streit besser vermeiden oder regeln können.

In einem waren sich alle einig: Wenn wir mehr Spielmöglichkeiten haben, können Kinder leichter Streit aus dem Wege gehen. Gleich mehrere Wünsche mussten gemeinsam unter einen Hut gebracht werden. Die Fußballkinder brauchen mehr Zeit und Platz, dürfen aber nicht anderen Kindern den Raum nehmen. Die anderen Kinder müssen mehr Spielangebote haben.

Es wurden etliche Ideen gesammelt, die nun in die Klassen getragen werden sollen:

Die Fußballzeiten sollen eingeschränkt bleiben, es soll aber jeden Tag eine Fußballzeit geben. Zu dem Kleinkinderspielplatz neben der Turnhalle soll ein Seilchenhüpfspielplatz hinter dem Zaun neben dem Lehrerparkplatz kommen.

Fußball darf nur auf dem Asfalt gespielt werden, auf den beiden Spielfeldern oder auf eigenen gebauten Spielfeldern. Auf dem Rasenspielplatz spielen die Kinder, die gerne klettern wollen. Für den Sandkasten der Sprunggrube soll Sandspielzeug angeschafft werden.

Außerdem erhalten die Klassensprecher für ihre Klassen zum Teil größere Halt-keine-Gewalt-t-Shirts und jede Klasse bekommt für die Pausenspielkiste neue Spielmaterialien.

Jetzt müssen die Ideen mit den Klassenlehrern und den anderen Kindern in der Klasse besprochen werden.

 

Mittlerweile treffen sich Klassensprecher und Schulleiter etwa alle zwei Monate regelmäßig. Protokoll und Rednerliste führen die Kinder. Besprechungspunkte schlagen Kinder oder Herr Steuwer als Schulleiter vor.

Im April 2008 wird gerade ein sehr wichtiges Thema besprochen. Darf man in der Schule türkisch sprechen oder nicht. Die Kinder tauschten sehr fair unterschiedliche Standpunkte aus. Die Gespräche waren gegenseitig respektvoll und es gab Verständnis für beide Standpunkte. Manchmal schlugen zwei Seelen in ein und der selben Brust.

Ihre Ideen und Meinungen schrieben die Klassensprecher auf rote und grüne Nein- oder Ja- Zettel. Am Ende gab es gleich viele Argumente dafür und dagegen.

Klar ist : Im Unterricht sprechen wir überhaupt nicht türkisch, außer es ist Türkischunterricht.

In der Pause gibt es schon mal Streit, wenn Kinder durch eine Sprache andere Kinder ausschließen. Aber es gibt auch Kinder, die noch nicht so gut deutsch sprechen und sich in ihrer Muttersprache sicherer fühlen.

In einem sind sich alle einig. In Deutschland müssen wir gut deutsch sprechen können, egal welche Sprache wir zuerst gelernt haben. Und: Eine andere Sprache zu können ist fast genauso wichtig, egal ob englisch, türkisch, bosnisch oder spanisch.

 

 

 

Das bunt bemalte Klettergerüst gehört mit dem neu gestalteten Spielhügel und dem Spielschiff auf dem Spielplatz der Kleinen zu den Ideen, die durch Einsatz der Klassensprecher im Jahr 2008 geschaffen wurden.