Deutschland ist eines der wenigen Länder in Europa, wo Kinder fast ausschließlich vormittags zur Schule gehen. Im Vergleich zu anderen Ländern gab es vor allem für Grundschulkinder bis vor 10 Jahren kaum Ganztagsschulen.

Im Vergleich zu Kindern anderer Länder stand vor allen unseren Kleinsten vergleichsweise wenig Zeit zur Verfügung um in der Schule gemeinsam zu spielen und zu lernen.

Gerade in den Niederlanden oder den skandinavischen Ländern ist es eine Selbstverständlichkeit, dass Kinder längere Zeit in der Schule verbringen, dort lernen, zu Mittag essen, ihre Hausaufgaben erledigen oder gemeinsam spielen.

Durch die längere Zeit kommen vor allem die Lernbereiche zum Tragen, die ganz wesentlich mithelfen kreative Fähigkeiten der Kinder mehr zur Entfaltung zu bringen. In dem herkömmlichen Stundenplan, der auf einen Vormittag zusammengepresst wird, kommen Fächer wie Musik, Sport oder Kunst oft etwas zu kurz.

Die Bundesregierung Anfang des Jahrtausends versuchte in Zusammenarbeit mit den Bundesländern in einem Vierjahresprogramm möglichst viele Grundschulen zu ermutigen, den Antrag auf Umwandlung in eine offene Ganztagsschule zu stellen. Hierfür standen trotz knapper Kassen Gelder für den Aus- und Umbau, für die Ausstattung der Schulen und für das zusätzliche Personal zur Verfügung.

Wer sein Kind für die offene Ganztagsschule anmeldet, verpflichtet sich, es regelmäßig und täglich bis 16 Uhr in die Schule zu schicken. Über Ausnahmen an der regelmäßigen Teilnahme entscheidet der Schulleiter. Ausnahmen können sein: der Schwimmverein, Arzt- oder Therapietermine, der Kommunionunterricht etc. Die Schule ist für Ganztagskinder von 7.30Uhr bis 16.00 Uhr geöffnet. In dieser Zeit finden Unterricht, Betreuung, Hausaufgabenhilfe und ein qualitativ gutes Nachmittagsangebot mit dem Schwerpunkt auf Kunst, Musik, Kultur sowie Sport statt.

Die Entscheidung, ob Ihr Kind am Ganztag teilnehmen soll, können Sie jedes Jahr wieder neu treffen. Eine Abmeldung im laufenden Schuljahr ist allerdings nur bei zwingenden Gründen möglich (z.B. Umzug).

Die Angebote im offenen Ganztag haben einen klaren pädagogisdchen Schwerpunkt: kulturelle Bildung. Neben dem Angebot für jedes Kind in Kooperation mit der Musikschule Duisburg im JEKI-Projekt ein Instrument zu lernen sowie den Unterricht in den musischen Fächern einschließlich des Schulchores der Schule bildet die Kooperation mit Akki im Ganztag und das dazugehörige Kulturforscherprojekt die Hauptsäule kultureller Bildung an unserer Schule.

In einem Artikel für das vom Ministerium für Schule und Weiterbildung NRW herausgegebene Amtsblatt haben Christop Honig von Akki und Peter Steuwer, Schulleiter der GGS Vennbruchstraße die preisgekrönte Kooperation vorgestellt.

Das Projekt "Offene Ganztagsschule in Nordrhein-Westfalen"

 

  • soll den Bildungs- und Erziehungsauftrag der Grundschule durch zusätzliche Fördermaßnahmen vertiefen,
  • soll die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtern.
  • Vor allem aber soll das Projekt durch ein Mehr an Bildungsqualität ein höheres Maß an Chancengleichheit für eher benachteiligte Kinder ermöglichen.

Wir müssen und wollen deshalb die Kinder im Laufe ihrer Grundschulzeit diese fehlenden gemeinsamen Erfahrungen machen lassen. Unsere Schule soll zu einem Ort werden, in dem nicht nur gelernt wird, sondern der auch ein sozialer Raum wird : ein Haus für Kinder. Schule ist für uns mehr als Wissen zu vermitteln. Es kommt nicht nur der Kopf zur Schule, sondern ein Kind mit seiner ganzen Persönlichkeit. Gerade zu Beginn steht das Entwickeln und Einüben von Regeln des Zusammenlebens und Zusammenlernens im Mittelpunkt.

Unsere Schulkinder sollen erfahren, dass sie willkommen sind und wir uns gerne um sie kümmern. Sie sollen lernen, dass in einer Gemeinschaft aufeinander Rücksicht genommen werden muss, dass man sich gegenseitig helfen und unterstützen soll.

Wir sagen ihnen aber auch deutlich, was nicht erlaubt ist (schwächere Kinder zu hänseln, sich über andere lustig machen, sich zu prügeln, anderen Kindern Angst machen).

 

Wesentliche Ziele unseres Ganztagskonzeptes sind:

 

  • Verschiedene pädagogische Kompetenzen sollen unter dem Dach der Schule gebündelt werden, um damit die Schule zu einem Lebensraum zu machen, der den Namen Haus des Lernens als Zentrum im Ortsteil wirklich verdient.
  • Das Angebot soll qualitativ durch Kooperation aller an der Schule tätigen Personen eine Bereicherung des gesamten Schullebens bedeuten, einschließlich positiver Auswirkungen auf den Unterricht des Schulvormittags.
  • Das Angebot soll Kindern vor allem Erfahrungen in den künstlerisch-musischen Lernbereichen ermöglichen, die unseren Schulkindern in Vierlinden sonst fremd blieben. Es soll Kindern ermöglichen, die Kultureinrichtungen ihrer Heimatstadt kennen zu lernen.
  • Das Ganztagsangebot soll so offen organisiert sein, dass es auf die individuellen Bedürfnisse von Kindern und Eltern eingeht. Es soll möglich sein, je nach Interesse und Belastbarkeit des Kindes nur die gewünschten Elemente des Ganztages zu belegen.
  • Das Ganztagsangebot soll so verlässlich sein, dass Eltern ihr Kind zwischen 7.30 Uhr und 16.00 Uhr gut in der Schule aufgehoben wissen. Gut aufgehoben wissen bedeutet, die Kinder erhalten sowohl vielfältige Anregungen und Förderung, haben aber auch die Möglichkeit, sich zurückzuziehen und eigene Freiräume zu nutzen.
  • Schule mit seinem im Unterricht oft auf Übung, lehrgangsmäßigen Charakter angelegten Unterricht, lässt allein aus Zeitgründen noch zu wenig Luft für offenes und entdeckendes Lernen. Das nachmittägliche Angebot soll diese zu stark betonte Komponente ausgleichen, gleichzeitig aber ermöglichen, dass Anregungen in den Unterrichtsvormittag einfließen. Es ist ausdrücklich beabsichtigt, Impulse durch den Austausch mit anderem Fachpersonal (Kunstpädagogen und Sportübungsleiter) in den Sprach- Sach-, Mathematik-, Kunst- oder Musikunterricht einfließen zu lassen. Vor allem der andere Blickwinkel von Personen, die mit Kindern arbeiten, kann zum Nutzen aller werden, wenn an einem gegenseitigen Austausch Interesse besteht. Jeder bringt aus seinem Tätigkeitsfeld spezifische Erfahrungen mit.
  • Projekt- und fächerübergreifendes Lernen gewinnt einen höheren Stellenwert. Es bereichert und vertieft das Gelernte. Kinder müssen die Erfahrung machen, warum sie etwas lernen. Geometriekenntnisse sind beim Bühnenbau wichtig, so wie Lesen und Schreiben Voraussetzung für das Lernen von Texten, die Kenntnis der Noten hilfreich beim Einstudieren der Lieder sind. Gerade anwendungsorientiertes Lernen kommt in deutschen Schulen deutlich zu kurz.
  • Das gemeinsame Spielen und Entdecken mit Kindern aus verschiedenen Klassen und verschiedenen Altersstufen trägt zu einem besseren Miteinander und gegenseitigem Kennen lernen bei. So kann die Schulgemeinde zusammenwachsen und besteht nicht nur aus einer Ansammlung verschiedener Klassen.